Website Erstellen

Mehr als eine Visitenkarte – eine Webseite muss heutzutage mehr Funktionen erfüllen als einfach nur eine digitale Präsenz darzustellen. Während in den 00er Jahren das Thema Social Media immer wichtiger wurde, haben sich auf der Prioritätenliste auch die Punkte Augmented Reality und Mobile Apps als immer wichtigere Features auf einer Webseite entwickelt. Oder kurz gesagt: Eine Webseite muss heute ein multimediales Erlebnis darstellen.

Wer sich vor Mitte der 1990er Jahre über ein Thema informieren wollte, dem blieb entweder der eigene Fundus an Literatur oder den Gang zur nächsten Bibliothek. Die Entwicklung der heutigen Informationsgesellschaft ist nicht nur dem Internet sondern vor allem den Webseiten zu verdanken – oder wer kann sich ein Leben ohne Wikipedia, Google und co. Vorstellen? Dabei waren die Anfänge der Webseiten vergleichsweise bescheiden.

Was soll das denn sein?

Die ersten Gehversuche in der Webentwicklung entstanden im späten 20. Jahrhundert mit der Auszeichungssprache HTML, die in Verbindung mit CSS-Code eine ansprechende Webseite erstellen sollte. Im Idealfall war das Ergebnis auch ansprechend – leider war es das – auch aus damaliger Sicht – nicht immer.

In den Jahren von 1994 bis etwa 2000 war es wichtig, dass die Seite optisch möglichst einfallsreich aussieht. Dabei sollten Features hilfreich sein, die heute niemand mehr in eine Webseite integrieren würde. Dazu gehören insbesondere funkelnde GIF-Animationen, Mauszeiger mit Spur sowie bunte Farben – unabhängig von corporate Identity oder corporate Colors. Aus heutiger Sicht erscheint es fragwürdig, warum so viele seriöse Unternehmen auf diesen Zug aufgesprungen sind.

Andererseits gab es auch schon damals die Nörgler und Skeptiker, die dem Internet eine kurze Lebensdauer prognostizierten. Während der Widerstand gegen farbenfrohe Webseiten aus heutiger Sicht vernünftig erscheint, klingt die Prognose über das Internet heutzutage so sicher wie die Prognose von Kaiser Wilhelm II, dass sich das Automobil niemals gegen die Kutsche durchsetzen würde.

Digitale Visitenkarten

Während in den 1990er Jahren immer mehr Marketing- und Online-Agenturen aus dem Boden sprießten und die fortschreitende Technik auch vielfältigere und ansprechendere Animationen erlaubte, ließen sich immer mehr Einzelunternehmen und Mittelständler dazu überreden mit einer eigenen Homepage im Internet vertreten zu sein. Generell nahm es der Trend mit dem Wort „Page“ sehr ernst, denn bei den meisten Seiten handelte es sich kaum mehr als um eine visuelle Präsenz, die meist aus 1-3 Seiten bestand – und auch nur weil in Deutschland das Impressum verpflichtend ist. Die meisten Entscheider wollten hiermit einfach nur dem Anspruch genügen mit ihrer Firma im Internet vertreten zu sein. Dazu genügte aus deren Sicht oftmals die Rohdaten zum Unternehmen inklusive Anschrift.

Zur gleichen Zeit machten sich Suchmaschinen wie Google das Internet zu eigen indem sie das gesamte Internet auf diese Inhalte scannten. Wer von seinen Kunden gefunden werden wollte, musste also eine Webseite erstellen, die Google gefällt. Der Suchmaschinen-Gigant machte schon damals sehr deutlich wie eine solche Seite auszusehen hat: Texthaltig. Das Problem war, dass die meisten Seiten damals aus Grafiken bestanden, hauptsächlich aus einfachen JPG-Dateien, vor allem aber auch aus Java-Script mit wenig Text. Um mit seiner Dienstleistung möglichst weit vorne zu landen entschlossen sich viele Firmen und Agenturen diesen Trend mitzugehen und die Webseiten jeweils mit möglichst viel aussagekräftigen Texten auszustatten. Aussagekräftig war per Definition von Google eine Verwendung branchenrelevanter Keywords. Wenn bspw. Ein Kfz-Mechaniker 30 Mal das Wort Kfz-Arbeiten in einem Text mit 1000 Worten unterbrachte, konnte er davon ausgehen innerhalb von wenigen Wochen weit vorne in den Suchergebnissen zu landen.

Webseite mit Funktion

Obwohl sich viele Unternehmen und Agenturen nach den Trends von Google richteten, wurde ein zentraler Aspekt der Webseite bis in die Mitte der 2000er Jahre weitgehend vernachlässsigt: Kundengewinnung. Gerade alteingesessene Betriebe machten keinen Hehl daraus, dass sie ihre Kunden lieber auf dem traditionellen Vertriebsweg gewinnen wollten, bspw. Über einen Vor-Ort-Vertrieb oder über Akquise am Telefon. Kunden über das Internet? Nee, wer weiß wen ich da überhaupt bekomme. Dass es auch „ganz normale“ Interessenten über das Internet probierten, ist eine Tatsache, die damals vielen Betreibern verborgen blieb.

In den 2000er Jahren gelangte daher ein neuer Trend aus den USA nach Deutschland: Kundengewinnung. Während die Webseite bis dahin kaum mehr als eine Visitenkarte sein sollte, musste die neue Webseite eine Vertriebsfunktion erfüllen. Hilfreich war hierbei auch das Aufkommen von Google Adwords (heute Google Ads), das dazu führte, dass immer mehr Unternehmen in PPC-Werbung investierten. Wer nicht über seine Webseite Kunden gewann – ob mit oder Google AdWords – hatte einen signifikanten Wettbewerbnachteil, den er meist mit teuren Neu-Akquise-Kosten und einem Vor-Ort-Vertrieb beim Kunden wieder auffangen musste.

Die Webseiten heute

Während heute eine große Mehrheit der Webseiten multifunktional sind bspw. Als Online-Shops oder als reine Conversion-Seite funktionieren, gibt es immer mehr Funktionen die der Anbieter erfüllen muss. Hierzu gehört auch eine andere Art der Interaktion mit dem Kunden. Während sich Verbraucher früher mit einem Schreiben an die Verbraucherzentrale oder mit einem Leserbrief ihrem Ärger Luft machen konnten, können frustrierte Kunden innerhalb von Sekunden Millionen von Follower und Fans erreichen. Mund-zu-Mund-Propaganda passiert also in Echtzeit – was wiederum dazu führt dass Webseiten-Betreiber und Dienstleister dazu übergegangen sind Kundenrückmeldungen und Reklamationen mit hoher Priorität zu behandeln, auch wenn diese Reklamationen nicht direkt auf der eigenen Webseite eingehen sondern auf externen Seiten (bspw. In sozialen Medien oder Reklamations-Portalen).

Webseiten werden heutzutage nicht mehr vollständig auf HTML- und CSS-Basis erschaffen sondern hauptsächlich mit CMS-Systemen wie WordPress oder Joomla oder mit einem Homepage-Baukasten der Marktführer Wix.com, Squarespace oder Jimdo. Als vorteilhaft erweist sich hierbei insbesondere die Tatsache, dass keine tiefgehenden Programmierkenntnisse erforderlich sind. Anwender können innerhalb von wenigen Stunden ihre eigene Webseite auf die Beine stellen. Hilfreich sind hierbei vor allem umfangreiche Tutorials und ein großes Netzwerk an verschiedenen Foren.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass es immer einfacher geworden ist eine Webseite zu erstellen. Obwohl es auch schon in den 1990er Jahren Homepagebaukästen gab, waren diese qualitativ keinesfalls mit den heutigen Möglichkeiten vergleichbar. Beim Aufbau einer Webseite steht heute ein ansprechendes und minmalistisches Design sowie eine hohe Conversion-Rate vor aufwendigen Effekten. Als besonders vorteilhaft beim Aufbau einer solchen Seite haben sich Tools wie WordPress oder Joomla herausgestellt. Auf beiden Plattformen lässt sich eine Webseite meist ohne großen Aufwand erstellen.